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Kontestation und Normdynamik im globalen Klimaregime : der Fall der "Common But Differentiated Responsibilities and Respective Capabilities" (CBDR-RC)

  • Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel einer zentralen Norm im globalen Klimaregime, der "Common but differentiated responsibilities and respective capabilities" (CBDR-RC). Im Fokus steht die Frage, wie Akteur*innen durch Kontestation die Bedeutung dieser Norm im Übergang vom Kyoto-Protokoll zum Pariser Abkommen verändert haben und welche Formen von Kontestation dabei zu beobachten sind. Theoretisch ist die Untersuchung in der sozialkonstruktivistischen Normenforschung verortet und begreift Normen nicht als statische Gegebenheiten, sondern als prozesshafte, durch soziale Praktiken geformte Strukturen. Methodisch wird eine Prozessanalyse durchgeführt, welche die Normdynamik entlang einer vierstufigen Kausalkette – von denDie vorliegende Arbeit untersucht den Wandel einer zentralen Norm im globalen Klimaregime, der "Common but differentiated responsibilities and respective capabilities" (CBDR-RC). Im Fokus steht die Frage, wie Akteur*innen durch Kontestation die Bedeutung dieser Norm im Übergang vom Kyoto-Protokoll zum Pariser Abkommen verändert haben und welche Formen von Kontestation dabei zu beobachten sind. Theoretisch ist die Untersuchung in der sozialkonstruktivistischen Normenforschung verortet und begreift Normen nicht als statische Gegebenheiten, sondern als prozesshafte, durch soziale Praktiken geformte Strukturen. Methodisch wird eine Prozessanalyse durchgeführt, welche die Normdynamik entlang einer vierstufigen Kausalkette – von den strukturellen Gründen der Kontestation über den Normkonflikt und die Deliberation bis hin zum Normwandel - nachzeichnet. Die Analyse konzentriert sich dabei auf die Agency zentraler Akteursgruppen: die USA, die VR China, die Alliance of Small Island States (AOSIS) und die Like-Minded Developing Countries (LMDC). Die Ergebnisse zeigen, dass die CBDR-RC einem hohen Anpassungsdruck unterlag, der insbesondere durch die veränderten Emissionsprofile der Schwellenländer bedingt war. Durch proaktive Kontestation (USA) und die Verteidigung des bestehenden Normclusters (China, LMDC) entwickelte sich die Norm von einer rigiden, dichotomen Differenzierung hin zu einer subtilen Ausdifferenzierung, die im Pariser Abkommen durch den Zusatz "in the light of different national circumstances" ergänzt wurde. Während die Norm dadurch an Präzision einbüßte, ermöglichte diese funktionale Vagheit erst den konsensfähigen Kompromiss der Staatengemeinschaft. Abschließend wird das Modell von Deitelhoff und Zimmermann (2019) zur Messung von Normrobustheit kritisch auf den Fall angewandt. Es wird dargelegt, dass das Modell bei vagen und dynamischen Normen an seine Grenzen stößt und dass die CBDR-RC weniger als "robust", sondern vielmehr als "resilient" zu charakterisieren ist, eine Eigenschaft, die die Widerstandsfähigkeit der Norm angesichts von Kontestation beschreibt.show moreshow less

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Metadaten
Document Type:Master Thesis
Author:Juliane Schell
URN (citable link):https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:wup4-opus-90804
DOI (citable link):https://doi.org/10.48506/opus-9080
Granting Institution:Universität Duisburg-Essen
Publisher:Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Place of publication:Wuppertal
Year of Publication:2026
Number of page:106
Series Title (German):Wuppertaler Studienarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung
Volume:37
ISBN:978-3-946356-41-7
Language:German
Divisions:Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik
Dewey Decimal Classification:320 Politik
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