Kein "Geschenk Gottes" : eine Bewertung der Klimaverhandlungen der COP29 in Baku
- Das Jahr 2024 war erneut von einer Reihe verheerender Extremwetterereignisse geprägt, die sich weltweit ereigneten. Verschiedene Bewertungen, unter anderem durch das UN-Umweltprogramm, die Internationale Energieagentur und weitere Organisationen, sind sich einig, dass das Zeitfenster zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C rasch schwindet. Obwohl politische Entscheidungsträger*innen nach wie vor an diesem 1,5-Grad-Ziel festhalten, zeigt der jüngste Emissionslückenbericht des UN Environment Programme (UNEP), dass sich die Erde bei den derzeitigen Maßnahmen bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 2,6 bis 3,1 °C erwärmen wird (UNEP 2024).
Im vergangenen Jahr wurde auf der COP28 in Dubai der erste "Global Stocktake" (GST), alsoDas Jahr 2024 war erneut von einer Reihe verheerender Extremwetterereignisse geprägt, die sich weltweit ereigneten. Verschiedene Bewertungen, unter anderem durch das UN-Umweltprogramm, die Internationale Energieagentur und weitere Organisationen, sind sich einig, dass das Zeitfenster zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 °C rasch schwindet. Obwohl politische Entscheidungsträger*innen nach wie vor an diesem 1,5-Grad-Ziel festhalten, zeigt der jüngste Emissionslückenbericht des UN Environment Programme (UNEP), dass sich die Erde bei den derzeitigen Maßnahmen bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 2,6 bis 3,1 °C erwärmen wird (UNEP 2024).
Im vergangenen Jahr wurde auf der COP28 in Dubai der erste "Global Stocktake" (GST), also die globale Bestandsaufnahme im Rahmen des Pariser Abkommens abgeschlossen. Dabei wurde unter anderem die Abkehr von fossilen Energieträgern bis 2050, die Verdreifachung der weltweit installierten Kapazität erneuerbarer Energien und die Verdoppelung der globalen Energieeffizienz beschlossen (Obergassel et al. 2024). Die Konferenz markierte damit wohl einen Höhepunkt in der Entwicklung dessen, was einige Wissenschaftler*innen als "antifossile Normen" bezeichnen (Green 2018).
Die Länder des Globalen Südens hatten unmissverständlich klargemacht, dass sie erhebliche finanzielle Hilfen benötigen, um diese Ziele zu erreichen, sowie eine starke Unterstützung zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Dennoch wurde die Frage der Finanzierung auf der COP28 auf die kommende COP29 vertagt. Dementsprechend hatte die Ausarbeitung eines "neuen kollektiven quantifizierten Ziels" (NCQG - New Collective Quantified Goal) für die Klimafinanzierung in diesem Jahr höchste Priorität. Die politischen Rahmenbedingungen blieben jedoch schwierig: Die Konferenz war vor allem durch die Wahl Donald Trumps kurz vor ihrem Beginn überschattet. Zudem fiel die COP-Präsidentschaft nach Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten erneut in die Hände eines bedeutenden Exporteurs fossiler Brennstoffe. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew bezeichnete diese in seiner Eröffnungsrede sogar als "Geschenk Gottes" (Rannard und Davies 2024).…


| Document Type: | Contribution to Periodical |
|---|---|
| Author: | Wolfgang ObergasselORCiDGND, Christof Arens, Jonah Bauer, Christiane BeuermannGND, Victoria Brandemann, Carsten Elsner, Chris Höhne, Nicolas Kreibich, Hermann E. Ott, Juliane Schell, Max Schulze-Steinen |
| URN (citable link): | https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:wup4-opus-88791 |
| DOI (citable link): | https://doi.org/10.1007/s12399-025-01052-7 |
| Year of Publication: | 2025 |
| Language: | German |
| Source Title (German): | Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik |
| Volume: | 18 |
| First Page: | 539 |
| Last Page: | 546 |
| Divisions: | Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik |
| Dewey Decimal Classification: | 320 Politik |
| Licence: | Creative Commons - CC BY - Namensnennung 4.0 International |


